Sonntag, 30. September 2007

Selbstliebe

“Wenn wir unsere Mitmenschen UND auch uns selber mit den Augen der Liebe sehen könnten, wäre vieles einfacher! …”

“… Aber dafür müsste frau sich erst selbst mal mit wahrhaftig liebenden Augen betrachten. Sich rasieren ist offensichtlich einfacher :-).”

Quelle: Kommentare moonpower-Blog

ein virtuelles Gespräch über Damenbärte

Sehr aufschlussreich. Ganz verschiedene Tendenzen.

Ermutigend finde ich, wie viele der dort schreibenden Menschen Toleranz bis hin zu Bewunderung aussprechen für eine Frau, die so anders aussieht, als wir es gewohnt sind. Spannend auch, dass Menschen in relativ kurzer Zeit von “geht gar nicht” zu “warum nicht?” kommen.

Natürlich fehlen auch die nicht, die meinen Bart bei Frauen wäre unästhetisch, provokant, blöd, überflüssig, Effekthascherei.

Die ganze Unterhaltung hier: Moonpower Blog

Ja, warum eigentlich nicht nach Effekten haschen :-D? Wenn’s wirkt und wenn’s Spaß macht, erstarrte Gehirnwindungen wieder in Bewegung bringt, leidenden Frauen den Druck nimmt, ein Lächeln oder ein Lachen auf’s Gesicht zaubert. Z.b. eine Clownin mit Bart wie diese hier?

Bart verzieren

Habe in den Kommentaren zu einem anderen Blog eine zu schöne Idee gefunden: den Frauenbart schön lang werden lassen, einen Zopf flechten und Perlen und Bänder. Auch eine Frau kann ihren Bart ganz feminin verzieren.

Polyzystisches Ovarsyndrom (PCOS)

Eine der häufigsten Ursachen für Hirsutismus ist das Polyzystische Ovarsyndrom, das in Deutschland etwa eine Million Frauen betrifft. Zur Diagnostik dieses Syndroms findet sich hier eine Übersicht: PCOS-Seite Diagnostik.

Und hier gibt es ein PCOS-Forum mit einer kurzen und prägnanten Beschreibung, bei welchen Merkmalen PCOS diagnostiziert wird: PCOS-Foum Diagnose.

Freitag, 28. September 2007

swr

Beim SWR habe ich einen Artikel über Hirsutismus gefunden und freue mich über die letzte Zeile desselben:

Und Frau könnte es schließlich auch wie die berühmte mexikanische Malerin, Frida Kahlo machen, sie ist ganz selbstbewusst mit Ihrem Hirsutismus umgegangen!

Rechts oben gibt es einen Link, mit dem man sich den 3:35 min langen Beitrag anschauen kann. Leider sehr schlechte Bildqualität (Ton ist ok), aber sonst - Danke Herr Teledoktor! :-)

Hürde genommen

Ich hatte in meiner Vorstellung geschrieben:

Ich hab es satt. Ich will mich ändern.

Ich werde herausfinden, ob ich die “übermäßigen” Haare loswerden kann, indem ich meinem Körper helfe, ins Gleichgewicht zu kommen.

Ich habe einen ersten (für mich sehr großen!) Schritt geschafft: ich habe mir Termine beim Allgemeinarzt und bei der Gynäkologin organisiert und werde mich untersuchen lassen. Bis dahin werde ich mir weitere Infos verschaffen und für mich klären, was ich von diesen beiden Ärzten will, damit die Gespräche den größtmöglichen Nutzen bringen.

Donnerstag, 27. September 2007

Zahlen

Über 70 Prozent der europäischen Frauen entfernen […] unerwünschte Haare regelmäßig.

Quelle: Lifeline

Und was ist mit den anderen 30 Prozent? Haben die keine Haare oder entfernen sie sie nur nicht?

Tabu?

Woher wusste ich als 19jährige, als ich die ersten Härchen an meinem Kinn entdeckte, dass sie weg müssen und dass es ein Geheimnis ist, dass sie dort wachsen? Ok, ich hatte bis dahin vielleicht noch keine Frau mit Bart kennengelernt.

Was hätte ich gemacht, wenn ich z.b. am Arm einen grünen Fleck entdeckt hätte? Oder eine Stelle mit mehr Haarwuchs als woanders? Hätte ich das auch so geheim gehalten? Andere Besonderheiten an meinem Körper stelle ich zwar nicht gerade zur Schau, aber wenn das Gespräch darauf kommt, und wenn diese Stellen im Prinzip sowieso für jeden sichtbar sind, hab ich kein Problem damit, wenn sich das jemand anschaut: die Narbe am Arm von einem Unfall, bei dem mich ein Schaf in seine Kette eingewickelt hat, Leberflecke, ein zu kurz geratener und ein schiefer Finger. Gut, die Kaiserschnittnarbe vielleicht nicht grad :D, aber die sieht man auch nicht so öffentlich wie mein Kinn z.b. ;-).

Soweit ich mich erinnere, hat mir damals niemand gesagt: “Versteck das!” oder “Das gehört sich nicht!” oder “Das ist ja voll peinlich/eklig/unangenehm.” Woher kommt dieses Urteil?

Krankheit als Sprache der Seele

Krankheit als Sprache der Seele. Be-Deutung und Chance der Krankheitsbilder.
In diesem Buch von Rüdiger Dahlke gibt es ab S. 114 ein Kapitel “Die Haare - Hirsutismus, Verlust aller Körperhaare, Haarausfall, und ab S. 406 ein dreiseitiges Kapitel zum “Damenbart”. Kommt auf meine Literaturliste.

Nachtrag: Das Buch ist schon in meiner Hand. Meine Reaktion zu den entsprechenden Kapiteln - widersprüchlich.

Zum einen finde ich wieder das Klischee, dass sich Bart- und Körperhaare für Frauen nicht gehören:

Damenbart und Haare auf der Brust ruinieren die weibliche Ausstrahlung …

Tatsächlich ist es Aufgabe jeder Frau, ihren männlichen Pol, von Jung Animismus genannt, zu entdecken und zu entwickeln. Das sollte aber im Bewußtsein statt im Körper geschehen.

Ich kann es einfach nicht mehr ab, wenn mir jemand sagt, wie ich auszusehen hab und was wie geschehen SOLLTE. *gg* Wahrscheinlich ein Zeichen der Aussöhnung mit meiner Aggressivität und Männlichkeit ;).

Was ich aber schon für mich annehmen kann, ist das hier:

Der Durchbruch männlicher Energie im Bartwuchs verdeutlicht den unbewußten Anspruch an Willenskraft und Durchsetzungsfähigkeit.”

Die ehrliche Natur aber ist hartnäckig und läßt die männlichen Auswüchse immer wieder nachwachsen. Entsprechend bedeutungsschwangere Auswüchse sind dem Organismus einiges Durchhaltevermögen wert.

Das Männliche ist einer der beiden Pole der Wirklichkeit, es gibt keine Chance, es mit einer Pinzette aus der Welt zu schaffen. Die einzige Möglichkeit ist, sich damit auszusöhnen.

An dieser Stelle wird wieder interessant, wann der Haarwuchs im Gesicht bei mir eingesetzt hat - nämlich in der Zeit, als ich zum ersten Mal unabhängig von meinen Eltern gewohnt habe. Kurz danach ist mir bei einer ganz banalen Gelegenheit aufgefallen, dass ich überhaupt keinen blassen Schimmer davon hatte, was ICH möchte, sondern mich immer danach gerichtet habe, was andere vermutlich von mir denken. Mich hat jemand gefragt, welchen Joghurt ich möchte. Und ich habe mich gefragt, welchen ich denn möchten sollte, und im gleichen Atemzug merkte ich, wie absurd das ist.

Mittwoch, 26. September 2007

Damenbart im kolonialen Mexiko

Das Oberlippenbärtchen soll in der sozialen Realität des Vizekönigreichs Neu-Spanien, im heutigen Mexiko, den kreolischen Frauen als Differenzmarker zu den als bartlos geltenden einheimischen Frauen und Männern gedient haben.

Quelle: Susanne Thiemann, Sex trouble: Die bärtige Frau bei José de Ribera, Luis Vélez de Guevara und Huarte de San Juan

Dienstag, 25. September 2007

Zeichnung von James C. Mundie

Fundstück: James C. Mundie (*1972 in Hazleton, Pennsylvania) zeichnete 1998 “The Seamstress”.

The Seamstress.

Hormontabelle mit Normalwerten

Wer suchet, der findet oder bekommt Tipps von netten Menschen :-).

Hier ist eine sehr ausführliche Tabelle mit Normalwerten zu den Hormonen, einschließlich Androstendion, Androstandiol-Glucuronid, DHEA, DHEAS, Dehydrotestosteron, freier Androgenindex, Testosteron u.a.:

Endokrinologikum Hormone Parameter

Jusepe Ribera: Die Bärtige

La mujer barbuda wurde 1631 von Jusepe de Ribera (1591-1652) im Auftrag des Vizekönigs D. Fernando Afán de Ribera y Enríquez (1570-1637) gemalt und zeigt eine Frau namens Magdalena Ventura.

Quelle: Susanne Thiemann, Sex trouble: Die bärtige Frau bei José de Ribera, Luis Vélez de Guevara und Huarte de San Juan

La mujer barbuda

Auf der Seite von Dr. André Kugener habe ich folgende Information über den Aufbewahrungsort des Gemäldes gefunden:

Im ausserhalb der Stadtmauern von Toledo gelegenen Hospital de Tavera mit seinem von Arkaden umgebenen Patio im reinsten florentinischen Renaissancestil befindet sich in einer private Gemäldesammlung José de RIBERA’s legendäres Meisterwerk “Die bärtige Frau” aus dem Jahre 1631.

Spielfilm Freaks

Eine der Darstellerinnen in Freaks - Mißgestaltete (1932) von dem Regisseur Tod Browning ist eine bärtige Frau.
Bei Youtube finden sich einige Ausschnitte des Films, z.b. dieser hier: The Wedding Feast mit Messerschlucker, Feuerspucker und Bearded Lady.

Film La donna scimmia - Die Affenfrau, mit Annie Girardot

Spielfilm La donna scimmia (= Le mari de la femme à barbe)

Darsteller: Ugo Tognazzi, Annie Girardot

Regie: Marco Ferreri. S.l. 1964

Spielfilm, Italien 1964. Italienisches Original mit französischen Untertiteln.

Die bärtige Dresdnerin

Die bärtige Dresdnerin und andere Bilder des Hirsutismus, heißt ein Artikel von A. Scholz vom Institut für Geschichte der Medizin, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der Technischen Universität Dresden, in der Zeitschrift “Aktuelle Dermatologie”, Heft 4, Jahrgang 31, April 2005. Wenn man registriert und Zeitschriftenabonnent ist, kann man den wohl bei Thieme connect sogar herunterladen.

Schönheit

Was ist Schönheit? Warum gilt ein Mann mit Schatten am Kinn, Stoppeln oder Bart als schön, eine Frau als hässlich? Ist die Frau WEGEN der Haare hässlich?

Wie wäre es bei einer Frau, die schlank gebaut ist, beweglich, symmetrische Gesichtszüge hat, ausdrucksstarke Augen? Empfinden wir sie als hässlich, weil sie Haare im Gesicht hat?

Oder kommt das Abneigungsgefühl eher von den Zeichen des fehlenden Selbstwertgefühls?

Das hier ist ein Video, in dem für irgendein wachsähnliches Präparat geworben wird:

Youtube

Die Protagonistin ist eine bärtige Frau - erst hässlich ;), dann wundervoll schön und attraktiv. Was wäre, wenn die in Minute 2′31 links gezeigte bärtige Dame wie die rechte keine Brille hätte, lächelnd in die Kamera schauen würde, genauso wirksam geschminkt wäre, Selbstbewusstsein ausstrahlen würde. MIT liebevoll gestylten Barthaaren :). Würden wir sie dann auch als hässlich empfinden?

Belina finde ich jedenfalls sehr angenehm anzuschauen, auch wenn ihr Styling sicher Geschmackssache ist.

Sexualhormon-bindendes Globulin (SHBG)

Am 25.9. hatte ich geschrieben:

Das Sexualhormon-bindende Globulin ist ein Protein, welches im Blutplasma Testosteron und Östrogene bindet und transportiert. Im Blut ist Testosteron zum grössten Teil an das (SHBG) und zu einem geringeren Anteil an Albumin gebunden. Nur ein geringer Anteil des Testosterons von etwa 2% ist frei im Blut vorhanden und kann seine Wirkung am Zielorgan entfalten.

Quelle: Biochemisches Institut der Uni Zürich

Jetzt noch ein paar mehr Infos dazu.
Beim Endokrinologikum werden als SHBG-Normalwerte für Frauen folgende angegeben: 18,0 - 114 nmol/l. Bei Einnahme von empfängnisverhütenden Medikamenten und in der Schwangerschaft sind die Werte höher.

Das SHBG wird in der Leber gebildet. Die Entstehung und Absonderung des Globulins ist von den Östrogenen abhängig. Bei der Einnahme von östrogenhaltigen Medikamenten oder in der Schwangerschaft bekommt die Leber das Signal, mehr SHBG zu produzieren. Das wiederum kann dazu führen, dass sich mehr Androgene (”männliche” Hormone) an das SHBG binden, somit also weniger freie Androgene auf den Körper einwirken, sich also u.a. das Haarwachstum verringert.

Falls ich selbst in der Schwangerschaft einen erhöhten SHBG-Spiegel hatte, hatte das keine oder nur eine sehr geringe Auswirkung auf den Haarwuchs. Auch mit Baby im Bauch war ich haarig …

So … Was ist eigentlich ein Protein?

Proteine, umgangssprachlich auch Eiweiße genannt, sind Makromoleküle, die hauptsächlich aus den Elementen Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und – seltener – Schwefel aufgebaut sind. Proteine gehören zu den Grundbausteinen aller Zellen.

Bausteine der Proteine sind bestimmte als proteinogen, also proteinaufbauend, bezeichnete Aminosäuren, die durch Peptidbindungen zu Ketten verbunden sind. Beim Menschen handelt es sich um 21 verschiedene Aminosäuren: die 20 seit langem bekannten sowie Selenocystein. Die Aminosäureketten haben eine Länge von bis zu mehreren 1000 Aminosäuren,…
Die Anzahl möglicher unterschiedlicher Aminosäureketten ist gigantisch. Aus 21 verschiedenen Aminosäuren ergibt sich schon bei einer Kettenlänge von 100 die unvorstellbare Zahl von 21100 bzw. 10132 Verknüpfungsmöglichkeiten. Diese Zahl übersteigt die Anzahl aller Atome des Universums („nur“ 6·1079 Teilchen) um das 1052-fache.

Die Zusammensetzung eines Proteins, und damit sein Aufbau, ist in dem jeweiligen Gen kodiert.

Quelle: Wikipedia Proteine

Hm, und wie kann man dann feststellen, dass das im Blut nachgewiesene Eiweiß gerade SHBG ist? Könnten es nicht auch eine ganze Reihe von verschiedenen Aminosäureketten sein, die irgendwie ähnlich regieren, aber nicht identisch sind? Vielleicht gibt es SHBG-Sorten, die weniger Hormone binden, oder nur bestimmte Hormone und andere nicht?

Beim Endokrinologikum wird das SHBG mit dem “Chemilumineszenzimmunoassay (CLIA)” bestimmt.

Montag, 24. September 2007

Autowerbung

… mit haariger Frau:


Oder ist sie doch ein verkleideter Mann? Weiß jemand mehr?

Vermutung

Könnte es sein, dass bei mir der Haarwuchs psychische Ursachen hat? Es begann etwa zu der Zeit, als ich zu Hause ausgezogen bin. Ich war bis zu dem Moment sehr “streng” erzogen worden. Ich habe mit 17 gewagt, einen Freund zu haben und nach Hause mitzubringen - das war alles so verquer, dass ich es dann nie wieder getan habe.

Als ich umgezogen bin, hatte ich diese äußerliche Begrenzung durch meine Mitmenschen nicht mehr. Plötzlich konnte ich mich aufhalten, wo ich wollte, mich mit Männern treffen, wann ich mochte, woanders übernachten, ohne dass ich irgendjemandem Rechenschaft geben musste. Vielleicht habe ich mir mit den Haaren im Gesicht eine neue Begrenzung geschaffen. Eine Frau mit Behaarung gilt als hässlich, unattraktiv, unweiblich. Wenn mich niemand begehrt, muss ich mich nicht mit meiner Beziehungsfähigkeit auseinandersetzen. Und keine Konflikte mit meiner Familie schaffen.

Mit 19 oder 20 können es aber auch noch “einfache” Pubertätsauswirkungen sein, oder?

Wie dem auch sei, wahrscheinlich hat sich mein Körper inzwischen an die Haarproduktion gewöhnt, sie als ganz normalen Teil der Kreisläufe aufgenommen.

Ich weiß nicht, ob diese Vermutung relevant ist, aber ich halte sie einfach mal fest, schaden kann’s nicht.

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