Donnerstag, 24. Januar 2008

Olga Roderick

Wie versprochen hier ein paar mehr Infos in deutscher Sprache zu der bärtigen Lady aus “Freaks”.

Sie wurde 1874 in North Carolina geboren, also war sie bei der Entstehung des Films von Tod Browning ca. 57 Jahre alt. Ihr Geburtsname war Jane Barnell, Olga Roderick oder Lady Olga war der bekannteste ihrer Künstlernamen.

Der Schriftsteller Joseph Mitchell hat 1940 in “The New Yorker” über sie den Artikel “Lady Olga” geschrieben (The New Yorker, August 3, 1940, p. 2). Entsprechend den Informationen aus diesem Artikel (die Zusammenfassung des Artikels in englischer Sprache gibt es hier) wurde se bereits als vierjähriges Mädchen von ihrer Mutter an den Great Orient Family Circus verkauft, der später mit einem größeren Zirkus fusionierte. Mit diesem Zirkus kam sie nach Deutschland, wo sie erkrankte und in einem Berliner Waisenhaus zurückgelassen wurde. Ihr Vater suchte nach ihr und fand sie dort.
Sie arbeitete bei mindestens 25 verschiedenen Shows, u.a. beim John Robinson’s Circus, bei den Ringling Brothers, beim Hubert’s Museum am Times Square in New York und spielten in verschiedenen Filmen.
Jane Barnell war drei Mal verheiratet und hatte zwei Kinder. Mädchen oder Jungen, bärtig oder nicht? Bisher weiß ich es nicht, aber ich hab grad riesengroße Lust auf Genealogie und Forschungsarbeit. Als erstes werde ich mir den Artikel von Mitchell besorgen.

Nachtrag: Ich habe die CD mit “The complete New Yorker” tatsächlich innerhalb weniger Minuten in einer Bibliothek ausfindig gemacht und bestellt, hurra!

Jane Barnell alias Olga Roderick

… so heißt die Schauspielerin, die die Bartfrau in “Freaks” spielt. Ich konnte bisher nur englische Informationen über sie finden, bei Gelegenheit mache ich mich mal ans Übersetzen:

http://www.showhistory.com/barnell.html

http://en.wikipedia.org/wiki/Jane_Barnell

Olga Roderick mit einem ihrer drei Ehemänner

Mittwoch, 23. Januar 2008

Halloween costume

Bei ebay USA gab es im Dezember eine “Bearded Lady Mask for Halloween Costume” zu kaufen. 20 Dollar + 35 Dollar Versand gespart ;).

Besonders hübsch ist die Dame nicht. Halloween halt:

Montag, 21. Januar 2008

Kaiserschnitt

Ein Montagmorgen vor knapp 6 Jahren. Ich liege mit meinem schon hochschwangeren Bauch morgens im Bett, werde so langsam wach und merke, wie das Fruchwasser aus mir rausläuft. Sch…. Bitte nicht jetzt, bitte nicht hier. Es ist noch ein Monat Zeit bis zum Geburtstermin, und ich bin zwei Zugstunden entfernt von zu Hause, von meinem Geburtshaus und meiner Hebamme.

Nach und nach füge ich mich in das Unvermeidliche, der Krankenwagen kommt und bringt mich ins nächstliegende Krankenhaus. Uniklinik? Nein, da dürfen wir nicht hinfahren, das ist zu weit.

Ich lande in einem kleinen Krankenhaus, das sich grad mitten im Umzug befindet. Geburtsbadewanne? Ja. Haben wir dann in dem neuen Gebäude. Hocker? Tücher zum Ranhängen? Geburtsrad? Ja, unsere neue Station wird bestimmt ganz schick …

Die Hebamme, die mich aufnimmt ist super lieb, macht mir Mut, hört mir zu, beantwortet meine Fragen. Nachdem ihre Schicht zu Ende ist, geht sie für 2 Tage in den Urlaub. Die anderen sind weniger nett. Die Ärztinnen ebenso. Ich darf mich fast nicht bewegen, ich werde gedrängt “nur für alle Fälle” sämtliche Papiere für einen Kaiserschnitt zu unterschreiben. “Falls es wirklich notwendig ist, wird Ihnen aber vorher noch alles erklärt.” Zwei Tage später, nach endlosem Tauziehen hinter den Kulissen: “Geburt einleiten. Geburt nicht einleiten. Geburt einleiten …” habe ich morgens plötzlich 5 Leute an meinem Bett stehen und eine Kanüle im Arm. Ich weiß nicht, was das ist und wozu, als ich tierisches Ziehen im Bauch spüre, beginne ich zu ahnen, dass das der Wehentropf ist. Drei Stunden Wehen ohne Pause. Es tut nicht wirklich weh, es ist total unangenehm, ich fühle mich völlig orientierungslos, will nur noch raus, weg, in eine Höhle, allein sein, beschützt, weg von diesem kalten Raum voller Menschen zu denen ich keine Beziehung habe. Harte Hände in mir drin, eine gefühllose Stimme, die sagt, dass sich am Muttermund gar nix tut. Dieser Muttermund scheint nicht zu mir zu gehören. Am frühen Nachmittag wird mein Lebensgefährte in die Cafeteria geschickt. Just in diesem Moment, was für ein Zufall, kommt die Ärztin mit triumphierendem Lächeln und teilt der Hebamme mit, dass der Oberarzt das ok für den Kaiserschnitt gegeben hat. Dann die Mitteilung an mich, wie aus heiterem Himmel. Ich fühle mich allein, so allein …

Die Vorbereitungen beginnen, eine Maschinerie, in der ich nur ein kleines Rädchen bin. Wehentropf raus, Wehenstopper rein. Ausziehen, rasieren. Mal eben ein paar Schamhaare wegputzen? Nein, so einfach mach ich’s euch nicht. Die Hebamme hebt mein Nachthemd, schaut entsetzt und meint abfällig: “Das ist aber eine stark behaarte Frau.” Jupp. Jetzt weiß ich’s aus kundigem Munde. Irgendwie scheint sie das Fell aber dann doch in Rekordzeit runtergekriegt zu haben. OP-Hemd an, rauf auf die Liege, rein in den OP-Saal, Maske auf, und weg war ich …

Lichtjahre später aus der Ferne eine Stimme: “Sie haben ein Mädchen.”

Warum muss ich jetzt grad an die Szene aus Freaks - Mißgestaltete denken, wo alle zu der bärtigen Frau gerufen werden, die soeben entbunden hat? ;)

Na, Junge oder Mädchen?

Die Kaiserschnittwunde ist übrigens zugewuchert, die Narbe aber immer noch spürbar … Und den Spruch der Hebamme konnte ich auch bis jetzt nicht vergessen.

Zögern

Wenn ich die Blutuntersuchung will, muss ich in diesen Tagen (eigentlich schon letzten Freitag) beim Endokrinologen anrufen, aber irgendwas in mir weigert sich hartnäckig. Am Freitag habe ich angerufen, aber es war klar, dass nachmittags um 3 niemand mehr in der Praxis ist. Heute habe ich es über einem Stapel Arbeit und einem Termin am Nachmittag einfach vergessen. Vielleicht doch lieber nächsten Monat? Läuft ja nicht weg …

Dienstag, 15. Januar 2008

Karibik

Warum heißt der Karibikstaat “Antigua y Barbuda” eigentlich so? “Die Alte und die Bärtige”?

Antigua wurde 1493 von Kolumbus entdeckt. Er benannte die Insel nach der Kirche Santa Maria La Antigua in Sevilla. (Quelle Wikipedia). Aber wo kommt der Name “Barbuda” her?

Gab es dort bärtige Frauen? Verehrte Kolumbus eine Bärtige, die in Europa geblieben war? Sieht die Form der Insel wie eine Bärtige Frau aus? Letzteres wohl eher nicht, Kolumbus hatte ja keine Satellitenbilder zur Verfügung ;).

Barbuda ist rechts oben in der Ecke, unten rechts, das ist Antigua.

Kilometerlange Sandstrände, Korallenriffe und ganz wenige Touristen … *träum*

Sonntag, 13. Januar 2008

Salma Hayek nochmal bärtig

Noch diesen Monat soll die Produktion eines neuen Films mit Salma Hayek beginnen. Sie spielt die Madame Truska in Cirque du Freak (Saga of Darren Shan).

Diese Frau kann sich vor den Augen des Publikums einen Bart wachsen lassen. Boah - alle Achtung!

In meinem Kopf taucht natürlich sofort wieder die Frage auf, ob das auch andersrum geht, also vor den Augen des Publikums (oder meinetwegen auch ohne Publikum ;) ) die Barthaare ausfallen lassen …

Freitag, 11. Januar 2008

Zweifel

Vor ein paar Monaten war ich mir sooooo sicher, dass ich wissen will, welche Laborwerte sich bei mir ergeben. In den letzten Wochen (seit dem geplatzten Termin im Dezember) war ich dann arg am zweifeln, ob ich überhaupt schwarz auf weiß sehen will, dass meine Schilddrüse nicht richtig funktioniert, ich irgendwelche Antikörper gegen mich selbst im Blut hab, möglicherweise auch noch eine beginnende Diabetes.

Medikamente nehmen will ich momentan nicht. Jedenfalls solange nicht, bis ich diverse psychische und körperliche Blockaden ausgeräumt habe. Im Moment fehlen mir allerdings noch ein paar Euros, um die ganzheitliche Therapie zu bezahlen, die ich mir ausgeguckt habe. Für mich ist klar, dass körperliche Symptome, Lebenserfahrungen, Glaubenssätze und aktuelles Umfeld miteinander zusammenhängen.

Ich könnte jetzt irgendwelche Pillchen schlucken, die auch irgendeine Wirkung haben. Aber es ist mir zu riskant, weil ich nicht weiß, was sich dann noch alles verändert, ohne dass ich es will.

Bis gestern war ich ziemlich überzeugt davon, dass ich mich zu dem Bluttest nicht wieder anmelde. Heute kamen die ersten Anzeichen der Monatsblutung, und irgendwie machte es “klick” und ich zog es wieder in Betracht, mein Blut doch untersuchen zu lassen. Weiß nicht warum. Vielleicht, weil ich die Laborergebnisse ja problemlos (zumindest für mich und innerlich) anfechten kann und nicht glauben muss, dass das die endgültige Wahrheit ist.

Samstag, 22. Dezember 2007

Ägypten

Das Badische Landesmuseum zeigt im Karlsruher Schloss die Schau “Schönheit im Alten Ägypten”:

Schon die Ägypterinnen hatten einen ausgeprägten Sinn für Schönheit, zogen sich die Augen nach, liebten fremde Düfte und versuchten, sich die Krähenfüße wegzuschminken. Wichtig war die Enthaarung: Mit einem feinen Rasiermesser schabten sie sich die Haare von den Beinen, und die altägyptischen Priester mussten sich sogar den Kopf kahl rasieren. Erst dann galten sie als spirituell rein.

Der gesamte Artikel: morgenweb

Der Link zu der Ausstellung: Badisches Landesmuseum

Sonntag, 16. Dezember 2007

Zirkus

Heute schrieb mir eine liebe Freundin:

Ich weiß nicht, ich kann mir Dich einfach gut mit Flaum vorstellen - für mich gehört das quasi irgendwie schon zu meinem Bild von Dir dazu. Ich war neulich, als wir beim Frühstück am Tisch so nebeneinander saßen, kurzzeitig förmlich irritiert, dass der Flaum fehlte *kicher*

Das fühlte sich erstmal noch sehr fremd an. Warum? Bei den Leuten, die ich bisher kenne (bis auf diese Freundin, meine nächste Familie und noch zwei-drei Menschen, die das Thema mal angeschnitten haben), bin ich zumindest offiziell haarlos. Sie reden nicht darüber, ich verhalte mich “unauffällig” und verstecke das Auffällige. Die Verantwortung dafür, dass das so ist, trage ich, niemand sonst. Ich kann mich ja jederzeit dazu entscheiden, mich so zu zeigen, wie ich momentan bin.

Irgendwie kam dann noch ein verrückter Gedanke. Ich bin anders, ich bin so, wie es selten Frauen sind, ich bin ein Unikat. Und manchmal sind so Unikate ganz schön gefragt. Was wäre, wenn z.B. eine Filmproduktion für eine Szene in einem Zirkus eine jonglierende bärtige Frau sucht? Würden die mich finden? Momentan schwerlich. Für mich wäre so etwas eine Chance, genau so sein zu können, wie ich bin, etwas Neues zu probieren. Hm, aber dazu müsste ich die Haare erstmal wachsen lassen. Und dann würden auch all die anderen Menschen um mich herum mich so sehen.

Ok, ich lass das erstmal so stehen und schau, was daraus wird. Wenn jemand weiß, wo ich mich registrieren lassen kann - her mit der Adresse :o).

Mittwoch, 12. Dezember 2007

unmöglich?

Es ist möglich, dass ein ganz normaler Mensch mit bloßen Händen einen Löffel nicht nur verbiegt, sondern regelrecht einringelt. Ich glaube nicht allen Fotos, die ich im Internet finde, und ich glaube nicht allen Zauberern, die mir einen Trick vorführen. Ich habe gestern so einen Löffel mit Schweineschwänzchen in der Hand gehabt. Auch das ist noch kein Beweis. Wäre es ein Beweis, wenn ich das Verbiegen gesehen hätte? Ich weiß nicht. Die zersägte Frau steigt ja nach dem Sägen auch wieder ganz aus der Kiste. Wäre es ein Beweis, wenn ich den Löffel selbst verbogen hätte? Für mich ja, aber für euch wahrscheinlich auch nicht :P. Ich habe vorhin beim Abwaschen versucht, einen unserer nicht allzu stabilen Löffel zu verbiegen. Ich habe mir an der Hand wehgetan.

Als ich es vor ein paar Monaten schon einmal vorhatte, das zu probieren (haha, das hört sich schon total danach an, dass ich nicht daran geglaubt habe, das wirklich zu schaffen) habe ich mich gar nicht erst getraut, den Versuch zu starten, weil ich Angst hatte vor den Konsequenzen auf mein Glaubenssystem, wenn es wirklich funktionieren sollte.

Klar, es kann sein, dass das prinzipiell unmöglich ist. Ich halte es aber für genauso wahrscheinlich, dass das, was ich glaube (das geht doch nicht!) sehr deutliche Auswirkungen auf meine Realität hat.

Was hat das jetzt mit diesem Blog zu tun? Wenn mensch es schafft, einen harten Löffel mit der Hand und der Gedankenkraft einzurollen, dann müsste es genauso machbar sein, einen “Damen”bart “wegzudenken”. Meine Haut wird monatlich erneuert. Warum sollte es dann nicht möglich sein, ihr solche Informationen zu geben, dass sie in der nächsten Runde ohne Bart wächst? Wenn Frau es will. Wenn die Haare nicht irgendeine andere wichtige Funktion haben.

Dienstag, 11. Dezember 2007

Heilpraktikerin

Puh, ich bin geschafft. Positiv geschafft. Hatte anderthalb Stunden mit der Heilpraktikerin.

Sehr produktiv, ich habe das Gefühl, dass bei mir (jetzt schon!) einiges in Bewegung gekommen ist, und ich bin gespannt auf den Weg, der vor mir liegt.

Im Gegensatz zu dem Arztbesuch gestern habe ich mich heute an-, auf- und wahrgenommen gefühlt, als ganzer Mensch, nicht nur als Schilddrüse und Eierstock. Mit meiner Geschichte, Gegenwart und Zukunft, mit Seele, Geist und Körper.

Ja, ich will mich ändern. Ich will ich selbst sein.

Meinen Haarreichtum haben wir erstmal nur am Rande berührt, aber das war auch ok so, weil es so vieles gab, was erstmal wichtiger war. Ich bin sicher, dass ich auch die Haare ändern oder annehmen werde.

Sonntag, 9. Dezember 2007

Herr Dr. XY

Gestern war der Termin beim Endokrinologen.

Frustrierend.

Für den 21. habe ich einen Termin für Blutuntersuchung (Schilddrüse, Antikörper und Hormonspiegel) inkl. Zuckerbelastungstest. Ansonsten hat der Gute fleißig alle meine Antworten in seinen Computer eingetippt, aber mich kaum angesehen, Schilddrüse auch nicht abgetastet, zwischendurch 3 Telefonate geführt (im Vorzimmer sitzen DREI Arzthelferinnen!), wollte mir mal eben auf Verdacht Thyroxin mitgeben, ohne vorher einen Blutwert gesehen zu haben, und meinte beim Schilddrüsenultraschall, dass die Schilddrüse “unruhig” aussieht, und dass das schon auf Hashimoto hinweist, aber so wie er das sagte, das klang für mich wie: “der Himmel ist blau”. Und das ist er für mich leider nicht, wenn ich lebenslang Pillen schlucken soll. Ich hatte auch nicht den Eindruck, dass er dem Ultraschall so sonderlich viel entnehmen konnte … Als ich fragte, ob er mir sagen kann, wie auf dem Ultraschall eine gesunde SD aussieht, meinte er nur, dass er seine eigene Schilddrüse nicht schallt, aus Angst, da irgendwas Krankhaftes zu entdecken, wie es einem Kollegen von ihm passiert ist. Hm, der könnte regelmäßig (und wahrscheinlich auch noch kostenfrei) Vorsorge machen und sofort behandeln, wenn er irgendwas kleines entdeckt und tut es nicht? Sehr seltsam.

Die Praxis wirbt mit integrativer Behandlung aufgrund der intensiven Zusammenarbeit zwischen den Kollegen. Im Gespräch erfuhr ich allerdings, dass der Endokrinologe nur bis zu den Eierstöcken “was machen kann. Für alles was drunter liegt, ist der Gynäkologe zuständig.” Ja, das ist Kompetenzenteilung, wahrscheinlich beraten die sich dann auch gegenseitig, und sind dadurch wieder integrativ.

Wahrscheinlich ist es doch sehr selten, in diesem “Gesundheits”system jemand zu finden, der sich wirklich Zeit nimmt, auf den Menschen eingeht, den er vor sich sitzen hat?

Ich freu mich wirklich sehr auf die Heilpraktikerin morgen, die eine ganze Stunde für mich da sein wird, ohne Telefonate nebenbei, und mit Blick nicht nur auf ein krankes Organ, sondern auf den ganzen Menschen drumrum.

Donnerstag, 29. November 2007

Text zu Video mit Belina

Ich sehe gerade, dass es noch einen kleinen Text zu dem im vorigen Post genannten Interview mit der bärtigen Belina gibt.

Die Übersetzung dazu hier:

… die Haarentfernung bei Frauen ist keine moderne und auch keine rein westliche Erfindung. Im alten Ägypten war es eine verbreitete Praxis, da das Vorhandensein jeglicher Körperhaare bedeutete, dass man nur zur Sklavenklasse gehören kann.

Historische Berichte über die Haarentfernung bei Frauen wurden mit Griechenland, den Trobriand-Inseln, Uganda, Südamerika und der Türkei in Verbindung gebracht.

In den 1970ern legten die BH-verbrennenden Feministinnen ihren Rasierer beiseite, was eine Art politisches Statement darstellte, aber heute fühlen sich Frauen, die auf dem Prinzip beharren noch unter dem Druck, ihre Körperhaare zu entfernen. Merran Toerien, die über Gender und Körperhaar geforscht hat, sagt, es besteht die Ansicht, dass die natürlichen menschlichen Körper der Disziplinierung zu einem Ideal bedürfen.

“Haare werden als männlich angesehen,” sagt sie. “Historisch, medizinisch und in den Medien werden sie fast immer mit Männern assoziiert. Das Rasieren des Frauenkörpers wird als Weg gesehen, um zwischen den Geschlechtern zu unterscheiden.

Und hier der Originaltext:

…women’s hair removal is neither a modern, nor a purely Western invention. In ancient Egypt it was common practice as the presence of any body hair at all meant you could only belong to the slave class.

Historical accounts of women’s hair removal have been linked to Greece, the Trobriand Islands, Uganda, South America and Turkey.

In the 1970s bra burning feminists put their razors aside as a form of political statement, but today women who object on principle still feel pressured into removing body hair.

People’s natural bodies are seen as needing disciplining into an ideal, says Merran Toerien, who has researched gender and body hair.

“Hair is seen as masculine,” she says. “Historically, medically and in the media, it is nearly always associated with men. Shaving female body hair is seen as a way to differentiate between the sexes.

akzeptieren

Ich habe gestern Abend mit einer Freundin gechattet und es kam das Thema Selbstliebe auf. Mich nehmen, wie ich bin, mich LASSEN wie ich bin, ohne andauernd irgendwas verändern, verbessern zu müssen, ohne mich ständig anzustrengen, irgendwas durchzuhalten, mich zu verbiegen.

In meinem Kopf geschah dann fast automatisch die Assoziation zum Bartwachsenlassen. Genauso wie ich meine Beine und meinen Bauch so lasse, wie sie sind, kann ich auch mein Kinn einfach in Ruhe lassen und schauen, was passiert.

Das kleine Männchen in meinem Hinterkopf flüstert mir jetzt gerade: “Loewin, das ist jetzt nur REIN HYPOTHETISCH. Stell dir einfach mal vor, was wäre wenn. Du musst es nicht tun. Stell es dir einfach nur vor.”

In meiner Vorstellung sah ich dann gestern Abend Frauengesichter. Es waren keine selbstbewussten Gesichter wie die von Jennifer Miller oder Belina. Es waren Gesichter mit Schatten, die einen von schräg unten ansehen, wegschauen, sich verstecken, im Hintergrund bleiben wollen, die verschämt lächeln und mir mitteilen: “Schau mich bloß nicht an.”

Meine Kehle ist zugeschnürt. Spannend. Ich habe dieses Stranguliergefühl ab und an, bisher dachte ich, es wäre vollkommen zufällig, wann es auftritt und wann nicht. Gestern habe ich es gespürt, als mir diese Bilder durch den Kopf gingen, jetzt beim Schreiben ist es wieder da.

SO will ich keinen Bart haben.

Wie bin ich mit Bart? Ich fühle mich rundum wohl. Mir ist sehr bewusst, dass ich ein Unikat bin, ein ganz besonderer Mensch, liebenswürdig, stark, voller Energie, sensibel für die Menschen um mich herum, provokant, gepflegt, in meiner Mitte ruhend.

Wenn mir Kinder begegnen, schauen sie mich neugierig und forschend an. Sie fragen ihre Eltern, ob ich ein Mann oder eine Frau bin. Ich nehme Blickkontakt auf, lächle, wir beginnen zu reden, über Dinge, die sonst in Schweigen gehüllt werden. Ich erfahre von Großmüttern, Tanten, Freundinnen, die wie ich Haare im Gesicht haben.

Es ist normal, anders zu sein.

Dienstag, 27. November 2007

Erneuerung

Im Moment ist es so, dass ich mit meinen Körperhaaren weitgehend Frieden geschlossen habe. Es ist ok, dass sie da sind, ich habe so gar nicht das Bedürfnis, sie zu rasieren, auszurupfen o.ä., und wenn jemand damit ein Problem hat, dann soll er sich selbst damit auseinandersetzen.
Ich habe jetzt bewusst seit etwa 4 Monaten an Beinen und Bauch (und an den Armen sowieso) nicht mehr rasiert oder epiliert, bin mindestens 10 Mal so schwimmen gewesen, und es fühlt sich für mich inzwischen fast normal an.
Mit dem Gedanken, im Sommer mit kurzer Hose / Rock und vielen Beinhaaren rumzulaufen, kann ich mich noch nicht so recht anfreunden, aber bis dahin ist ja noch ein halbes Jahr Zeit ;-).

Was mich grad schon tierisch nervt, sind die Gesichtshaare :-(. Ich werde ihrer auch nicht so richtig Herrin. Sie wachsen so schnell nach, und auch wenn ich gründlichst epiliere und noch mit der Pinzette nachzupfe, sind Schatten und Pickelchen von eingewachsenen Haaren zu sehen, nach einem halben Tag schon wieder neue Stoppeln. Ich wünsche mir so sehr, dass sie einfach aufhören zu sprießen.
Oder dass ich mal einen Monat lang in “Quarantäne” gehen kann, um einfach mal zu gucken, wie mein Gesicht mit Haaren aussieht. Ich will ganz sein, nicht andauernd einen Teil von mir wegsäbeln.

Einen interessanten Text habe ich hier gefunden:
rolfing movement

Sie machen alle sechs Wochen eine neue Leber, alle drei Monate ein neues Skelett, obwohl es so hart und solid erscheint, monatlich eine neue Haut, alle fünf Tage neue Magenwände. Sogar die Gehirnzellen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff gab es vor einem Jahr noch nicht, und die ebenfalls auf den Rohstoffen Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff basierende DNA, welche die Erinnerungen von Jahrmillionen menschlicher Evolution speichert, entsteht und vergeht alle sechs Wochen, wie eine kurzlebige Knospe und Blüte. Und wenn Sie es genau nehmen wie ein Buchhalter, wenn Sie jedes Atom und jedes Stückchen Gewebe und jedes Tröpfchen mitzählen, dann kommen Sie darauf, dass in weniger als zweieinhalb Jahren Ihr ganzer Körper, jeder Teil davon, bis zum letzten Atom ersetzt wird. Wenn Sie denken ´ich bin mein Körper`, dann geraten Sie in Verlegenheit: Welchen Körper meinen Sie eigentlich? Das diesjährige Modell ist nicht dasselbe wie das letztjährige und auch nicht wie das vom letzten Monat. So stehe ich nun vor Ihnen mit meinem 1991er Modell. Jeder Teil dieses Körpers, den ich benütze, um hier zu sein und mich auszudrücken, ist neu verglichen mit letztem Jahr

Wie bringe ich meine Haut dazu, sich ohne Haare zu reproduzieren?
Will ich das überhaupt wirklich richtig ganz in echt? Wenn ich ganz ehrlich in mich gehe, bin ich sehr im Zweifel, ob ich diese Haare wirklich los sein will. Wie wäre das Leben ohne sie? Glatt, ein Stück weit weniger interessant (fürchte ich) …
Und welche Vorteile habe ich, wenn ich die Haare habe? Ein Teil meiner Energie ist an dieses “Problem” gebunden. Ich kann auch ein Stück weit die Verantwortung für mein Leben abgeben, entwickle bestimmte Aspekte meiner Persönlichkeit nicht, WEIL ich diese Haare habe. Viel mit Menschen zu tun haben? Nee, lieber nicht, es kostet mich viel zu viel Zeit, täglich ein haarloses Gesicht zu haben. Mich zeigen? Ach nö. Gut aussehen? Mich wohl fühlen in meinem Körper und meiner Kleidung? Hat ja eh keinen Zweck, also lasse ich es gleich ganz bleiben.

Samstag, 17. November 2007

Pause

Im Moment schreibe ich hier nur sehr wenig. Habe einige andere Dinge um die Ohren, und irgendwie muss ich die ganzen Informationen und Gefühle wohl auch erstmal sacken lassen.

Es rumort gerade sehr in mir wegen der Heilpraktikersuche. Ich glaube, das wird mich weiterbringen als Blutuntersuchungen, Ultraschall (wegen der Schilddrüse) und so weiter. Mit diesen Methoden kann ja nur eine Momentaufnahme gemacht werden, die nicht so viel über meinen Gesamtzustand, über mein Wohlbefinden und über Entwicklungen aussagt. Ich will die Dinge gern bei der Ursache anpacken. Und ich bezweifle, dass ein Endokrinologe mit mir über Kindheitsgeschichten o.ä. redet. Oder dass er mir Unterstützung dabei geben kann, meine Lebensziele zu finden. Dazu brauche ich schon jemand, der den ganzen Menschen anschauen mag und intensive Begleitung geben kann. Den Endo-Termin werde ich trotzdem wahrnehmen, glaub ich jedenfalls bisher.

Ich gehe übrigens weiter regelmäßig unepiliert in die Schwimmhalle. Wirklich sicher fühle ich mich noch nicht dabei. Irgendwie sind meine Antennen immer für Blicke und Bemerkungen empfangsbereit. Wobei die mich nicht verunsichern oder verletzen oder so. Ist eher Verwunderung, wenn z.b. 10jährige Jungs neben mir plötzlich anfangen über Beinbehaarung zu reden, oder ich aus dem Augenwinkel mitbekomme, dass mich jemand sehr interessiert anschaut.

Ich wünsche mir, dass ich mich, so wie ich bin, schön finden kann …

Wenn ich jetzt ans Beineepilieren denke, tut es mir fast körperlich weh und ich bin so froh, dass ich es nicht mehr tun “muss”. Musste ich ja noch nie, ich glaubte nur immer, ich müsste, sonst würde irgendwas Schlimmes passieren. Ohne dass ich je sagen konnte, was das denn Schlimmes sein sollte.

Hab auch schonmal kurzzeitig den Gedanken gehabt, wie es denn wäre, wenn sich jemand beschweren würde ob meines “unästhetischen Anblicks”, wie ich dann reagieren würde, ob das überhaupt berechtigt wäre. Ich musste dann auch an eine Schrift von irgendeiner Religionsgemeinschaft denken, die mir mal über den Weg gelaufen ist, wo drinstand, dass wir verpflichtet sind, uns ordentlich anzuziehen, um unseren Nächsten einen angenehmen Anblick zu bieten. Hm ja, ich halte mich nicht gerne zwischen übelriechenden Menschen mit fettigen Haaren und Jogginghosen auf. Aber sind es wirklich die ungewaschenen Haare und die Kleidung, was mich stört? Angenommen, ich wäre mit mehreren Menschen für Tage oder Wochen zu Fuß unterwegs, wir hätten keine Möglichkeit, uns und unsere Kleider gründlich zu waschen, wären aber sonst gut drauf, energiegeladen, glücklich, froh über unser Vorhaben und das Erreichte, hätten einen guten Draht zueinander - ich glaube, dann wären mir Kleider und Sauberkeit ziemlich egal, es würde mir trotzdem gut gehen.

Freitag, 9. November 2007

Epilationsstrumpf

Auf der Seite der Stiftung Warentest gibt es einen Bericht zum Epilationsstrumpf “Doucia”. Fazit: die 99 Euro kann frau lieber in den SPARstrumpf tun, die Haare wachsen sowieso weiter und die Epilation, die nach der Strumpfanwendung notwendig ist, ist sehr schmerzhaft. Mal davon abgesehen, dass Schwangere, Herzkranke, Menschen mit Leberflecken oder Sonnenbrand den Strumpf nicht anwenden sollten.

Den gesamten Bericht gibt es hier zu lesen: Warentest Epilationsstrumpf

Mittwoch, 7. November 2007

Endokrinologe

Jetzt hab ich’s geschafft, einen Endo-Termin auszumachen. Puh, das hat mich nochmal ganz schön viel Zweifel und Überwindung gekostet.

Bin grad dabei, mich auch wegen Heilpraktikern zu erkundigen. Ich will unbedingt ganzheitliche und selbstverantwortliche Arbeit, keine Rumkuriererei an Symptomen. Gerade die Schilddrüse, bei der der HA ja eine Unterfunktion vermutet, hängt so sehr mit der Psyche zusammen, und das, was ich gestern auf der Suche nach naturheilkundlicher Behandlung von Schilddrüsenproblemen gefunden habe, passt:

Im menschlichen Körper gibt es ein natürliches Gleichgewicht von Aufbau und Abbau, von Wachstum und Zerfall, von Erzeugen und Zerstören. Unser Körper ist beständig darum bemüht, einen für ihn sinnvollen und harmonischen Ausgleich zwischen vielen unterschiedlichen und miteinander konkurrierenden Prozessen und Funktionen aufrechtzuerhalten.

Eine so genannte Autoimmunerkrankung liegt immer dann vor, wenn der Körper beginnt, sich selbst und seine Organe und Zellen anzugreifen und sie in ihrer Funktion behindert oder zerstört. Er richtet dabei häufig seine Energien und die physiologischen Mechanismen seines Immunsystems gegen sich selbst, anstatt sie harmonisch und konstruktiv einzusetzen, um seine Integrität und Unversehrtheit zu bewahren. Da es sich dabei quasi um eine Geste der Selbstzerstörung handelt, spricht man in diesem Zusammenhang auch von einem Autoaggressionsgeschehen. Der Organismus benutzt also seine Lebenskraft mehr oder weniger dafür, sich selbst anzugreifen und zu beschädigen.

Quelle: Naturheilkunde Schilddrüse Autoimmunkrankheiten

Donnerstag, 1. November 2007

andere

Habe gestern in der Stadt eine ganz junge Frau mit sehr deutlichem dunklem Oberlippenbart gesehen.

Und ich erinnere mich dieser Tage wieder öfter an eine Frau, die mir vor mehreren Jahren über den Weg gelaufen ist - sie war wunderschön, dunkelhaarig und -häutig (so aus der orientalischen / indischen Richtung) und hatte ziemlich viele Haare im unteren Wangenbereich.

Ich habe mich damals nicht getraut, sie anzusprechen. Gestern habe ich auch wieder nur geschaut.

Übrigens wurde gestern in meinem Blog nach Selbsthilfegruppen gesucht. Weiß jemand, ob es welche gibt und wo? Ich würde mich über Antworten per Kommentarfunktion oder Mail sehr freuen: SCHREIBT MIR!

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